Nachdem die (meisten) Unternehmen Ihre Managementsysteme auf ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 umgestellt haben, gilt es nun, die im Zuge der Umstellung neu eingeführten Systematiken und Maßnahmen möglichst effektiv und nutzbringend im laufenden Tagesgeschäft anzuwenden und individuell weiterzuentwickeln. Dabei können die folgenden neuen Themengebiete gemäß ISO 9001:2015 und ISO 14001:2015 als Schwerpunkte erkannt werden.

 
Kontext der Organisation
Die ermittelten internen und externen Themen sowie die relevanten interessierten Parteien und deren Anforderungen sind regelmäßig, z.B. bei bedeutenden Veränderungen sowie im Rahmen der Managementbewertung, zu prüfen und ggf. zu aktualisieren. Hierzu sollten den verschiedenen Themen Verantwortliche zugeordnet werden, die geeignete Informationen zur Bewertung der jeweils aktuellen Situation sammeln. Insbesondere die für das Unternehmen bestehenden Risiken und Chancen sowie die relevanten gesetzlichen und behördlichen Anforderungen sind regelmäßig hinsichtlich Aktualität und Relevanz zu überprüfen. Ebenso ist regelmäßig zu prüfen, ob weitere bzw. neue gesetzliche oder behördliche Anforderungen bestehen, die berücksichtigt werden müssen.
 
Risiken und Chancen
Die bei der Planung und Festlegung der Prozesse des Managementsystems identifizierten Risiken und Chancen sind bei der Weiterentwicklung des Managementsystems zu berücksichtigen und ggf. neu zu bewerten. Beide Normen heben das Thema „Risiko“ hervor mit dem Ziel, durch entsprechende Maßnahmen die beabsichtigten Ergebnisse zu erreichen und unerwünschte Auswirkungen zu verhindern bzw. zu verringern. So sind die für die Prozesse des Managementsystems identifizierten Risiken zu berücksichtigen und die entsprechend festgelegten Maßnahmen zur Risikobehandlung (z.B. Risikominimierung, Risikobeseitigung oder bewusstes Akzeptieren des Risikos) hinsichtlich ihrer Wirksamkeit zu bewerten.
 
Kommunikation
Sowohl das interne Kommunikationssystem (z.B. mittels Besprechungen, Intranet, Newsletter, Infotafeln), als auch das externe Kommunikationssystem (z.B. über Website, Kundenzeitschrift, Newsletter, Pressemitteilungen) ist mit Leben zu füllen. Die Eignung der Kommunikationssysteme sollte regelmäßig (z.B. im Rahmen der Managementbewertung) bewertet werden, um bei Bedarf Anpassungen bzw. Änderungen vornehmen zu können. Dabei sollte der Grundsatz „Qualität statt Quantität“ gelten.
 
Wissen der Organisation (ISO 9001)
Der in Abhängigkeit vom Kontext der Organisation erforderliche Wissensstand ist regelmäßig (z.B. im Rahmen der Managementbewertung) zu bewerten. Das benötigte Wissen sowie der vorhandene Wissensstand sind aufzuzeigen, um geeignete bzw. erforderliche Maßnahmen (z.B. interne/externe Schulungen) zu ermitteln und einzuleiten. Ziel dabei ist es, das im Unternehmen benötigte Wissen aufrechtzuerhalten, zu vermitteln und bei Bedarf zu erweitern.
 
Lebenswegbetrachtung (ISO 14001)
Bei der Betrieblichen Planung und Steuerung sind die jeweiligen Abschnitte des Produktlebenswegs (z.B. Entwicklung, Herstellung, Transport/Lieferung, Nutzung, Behandlung am Ende des Lebenswegs, endgültige Beseitigung) zu berücksichtigen. Die festgelegten Steuerungsmaßnahmen zur Einhaltung bestehender umweltrelevanter Anforderungen müssen effektiv angewandt werden (z.B. Einsatz von geeigneter Technologie und/oder Überwachungs- und Messverfahren, Einführen und Aufrechterhalten von Prozessbeschreibungen und Nachweisen).
 
Umweltleistung (ISO 14001)
Die für die Messung der Umweltleistung festgelegten Kennzahlen (z.B. Energieverbrauch, CO2-Ausstoß, Abwasserverbrauch, Abfallquote) müssen angewandt werden und die entsprechenden Daten müssen ermittelt werden. Dabei sind die jeweiligen Messverfahren, Mess- und Bewertungszyklen, Messpunkte und Messmittel zu beachten. Die ermittelten Ergebnisse bilden dann die Basis für die Einleitung geeigneter Maßnahmen zur fortlaufenden Verbesserung der Umweltleistung.
 
 
 
 
 
Foto: ©iStockphoto.com/alvarez
 

 

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